Forschungsergebnisse für die Praxis

Das ICPG arbeitet an der Gestaltung des optimalen Setup des Unternehmens für Projekte. Es liegen erste Ergebnisse vor.

Vademecum für den Steuerungsausschuss

Die Analyse von grossen und/oder komplexen Projekten hat gezeigt, dass das Project Management einen ansehnlichen Reifegrad errreicht hat. Dies dürfte eine Folge davon sein, dass die Abwicklung von Projekten in den vergangenen zwei Jahrzehnten u.a. durch ein umfangreiches Angebot an Aus- und Weiterbildungen zum Projektmanagement und die dadurch erfolgte Verbreitung von Projektmethoden (bspw. Hermes, IPMA, PMI, PRINCE) eine erhebliche Professionalisierung erfahren hat.

Dasselbe kann über die Steuerung von Projekten, die sich insbesondere im Wirken der Steuerungsgremien zeigt, nicht festgestellt werden.

Die Community des CC KEY hat aus diesem Grund das Vademecum für den Steuerungsausschuss entwickelt und in ihre Praxis aufgenommen. Es enthält:

  • den State-of-the-Art zur Arbeit von Steuerungsausschüssen,
  • Hinweise für die Praxis,
  • direkt anwendbare Checklisten und Beispiele.

Das Vademecum ist ein trefflicher Begleiter für Steuerungsausschuss-Mitglieder. Zur einfachen Verwendung ist es in die folgenden Kapitel gegliedert:

  • Aufgaben,
  • Zusammensetzung,
  • Pflichten,
  • Treffen,
  • Traktanden sowie
  • Kontrollpunkte.

Erfahrungsgemäss klappt die permanente Etablierung gut, wenn man:

  • das Vademecum in einem ersten Schritt auf die Unternehmensorganisation, die praktizierten Management- und Projektmethoden sowie das Wording des spezifischen Unternehmens anpasst,
  • in einem zweiten Schritt ein oder zwei Projekte identifiziert, in welchen man einen «Pilot»-Steuerungsausschuss mit dem Vademecum ausrüsten und dieses anfangs begleitet einführen kann,
  • in einem dritten Schritt die Erfahrungen im Pilot für Korrekturen nutzt,
  • das Vademecum in einem vierten Schritt mit der Projektmethode integriert und verbindlich macht.

Das vorliegende Vademecum für den Steuerungsausschuss kann auch direkt als Checkliste für die Konstituierung von Steuerungsausschüssen bzw. für die Gestaltung der Arbeit darin dienen.

Die besten Effekte werden jedoch – wie oben erläutert – erzielt, indem ein unternehmensspezifisches Vademecum ausgearbeitet und eingesetzt wird.

Für die genannten Schritte kann eine Unterstützung angeboten werden.

KEY Methode


Analyseperspektiven des KEY Modells
Analyseperspektiven des KEY Modells

Analysen des Competence Center Project Leadership (CC KEY) haben gezeigt, dass

  • potentielle Probleme von grossen und/oder komplexen Vorhaben aus zwei Perspektiven zu finden sind; nämlich:
    • aus Sicht der Steuerungs- und Führungs­tätigkeit in den Linien- und Projekt­organisationen (sog. «Management­komponenten»; diese liegen vollständig in der Hand der am Projekt bzw. Programm beteiligten Personen),
    • aus Projekt- bzw. Programmsicht gegebenen Rahmenbedingungen (sog. «Kontext­faktoren») und dem Umgang mit diesen durch die Steuerungsebene,
  • potentielle Probleme von grossen, komplexen Vorhaben auf der Steuerungsebene abgefangen werden können.

Basierend auf diesen Perspektiven ist die KEY Methode entstanden. Diese erlaubt die Durchführung von Selbst­assessments, auf den Ebenen

  • Linie (Auftraggeber, Business),
  • Projektsteuerung,
  • Projektführung und
  • Projektausführung.

Der Zweck der KEY Methode ist die Sicherstellung

  • für Einzelprojekte, dass
    • gute Rahmenbedingungen herrschen (gemessen an den Kontext­faktoren),
    • ein fähiges Projektmanagement am Werk ist (gemessen an den Management­komponenten),
  • aus Portfoliosicht, dass
    • Projekte, die «doomed to fail» sind, verhindert (bzw. gestoppt und restrukturiert) werden,
    • für alle laufende Projekte eine umfassende Lagebeurteilung vorliegt .

Die KEY Methode besteht aus

Die KEY Methode, die bei mittlerweile rund 100 Grossprojekten zur Erkennung von Problemen ihren Einsatz findet, wird vom Competence Center Project Leadership (CC KEY) und dem ICPG gemeinsam mit ihren Partnern aus der Praxis laufend weiterentwickelt.